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Positionspapier der Aktion Auch wir sind Schaeffler English version  RSS Feed


In welcher Situation steckt Schaeffler?
Die Schaeffler Gruppe ist derzeit in einer schwierigen Lage. Die derzeitige Finanz- und Wirtschaftskrise war in seiner Dramatik nicht vorhersehbar. Das hat auch dazu geführt, dass Schaeffler viel mehr Continental-Aktien verkauft wurden, als ursprünglich geplant. Der Einbruch bei der Automobilindustrie, der stärker war als in anderen Branchen, hat die Lage weiter verschlechtert.

Eins ist aber auch klar: Durch die Übernahme von Continental entsteht ein starkes Automobilzulieferunternehmen, das den Autoherstellern mit einem breiten Know-How und einer erheblichen Marktmacht selbstbewusst gegenüber treten kann und somit das Ungleichgewicht im Verhältnis von Zulieferindustrie und Automobilherstellern verringern kann.

Ein Blick in die Medien zeigt, dass Politik und Journalisten den Ernst der Lage größtenteils noch nicht verstanden haben, während beispielsweise die französische Regierung die Autohersteller und Zulieferer direkt unterstützen will, ist dies in Deutschland kaum ein Thema.

Diese Haltung gefährdet aber die nicht umkehrbare Übernahme von Conti durch Schaeffler und den Aufbau eines starken und leistungsfähigen Zulieferunternehmens.

Frau Schaeffler hat in der Betriebsversammlung bereits deutlich gemacht, dass Gewinne in der Vergangenheit in die Firmengruppe reinvestiert worden sind. Das Vermögen der Familie steckt in unserer Firma.

Das jetzt notwendige Finanzierungsvolumen übersteigt jedoch nun die Möglichkeiten des Familienunternehmens. Derzeit arbeitet Schaeffler zusammen mit den Banken, mit möglichen Investoren und mit Hilfe der Politik an einer gemeinsamen Lösung. Es geht bei den Gesprächen mit der Politik um eine zeitlich begrenzte Überbrückung in einer besonderen Ausnahmesituation.

Was können die Maßnahmen der Belegschaft erreichen?
Mit unserer Unterstützung können wir erreichen,
  • dass die Medien und die Politiker wahrnehmen, dass die Belegschaft von der getroffenen Unternehmensentscheidung zum Einstieg bei Continental überzeugt ist,
  • dass Medien und Politiker verstehen, dass die prekäre Situation bei Schaeffler real ist und es um Zehntausende von Arbeitsplätzen und Familien geht.
  • dass sich die Politik mit mehr Engagement für die Zukunft und die Sicherung der Arbeitsplätze durch Gewährung von Sicherheiten einsetzt.
Welche Maßnahmen schlagen wir vor?
Basis dazu ist ein gemeinsamer Aufruf, der die wesentlichen Argumente enthält.

Ziel der Kampagne ist es, den Menschen an den unterschiedlichen Standorten und in der gesamten Bundesrepublik klar zu machen, dass die Situation ernst ist, dass auch sie von einer Insolvenz betroffen wären und sie vor diesem Hintergrund zu einer ernsthaften Auseinandersetzung und einer Unterstützung von staatlichen Garantien zur Zwischenfinanzierung zu gewinnen.

Für alle Aktivitäten bilden wir eine lose Steuerungsgruppe.

Wir wenden uns mit den Aktionen auch an die Medien, um deren Berichterstattung zu verändern.

Wir suchen Unterzeichner für unseren Aufruf – auch außerhalb des Unternehmens.

Der Aufruf:


Schaeffler braucht Unterstützung. Keine Häme.
auch wir sind Schaeffler


Das Unternehmen Schaeffler ist in einer schwierigen Lage. Die Übernahme von Conti, in stabilen Zeiten geplant, ist weit fortgeschritten und unumkehrbar. Aufgrund der dramatischen Finanz- und Wirtschaftskrise besteht nun aber eine völlig veränderte Situation. Der Plan, ein leistungsfähiges deutsches Zulieferunternehmen zu schmieden und damit Tausende von Arbeitsplätzen in Deutschland und Europa zu erhalten, ist in der angespannten Finanzmarktlage nicht durchzuführen.

Wir beobachten, dass einige Medien und politische Entscheider mit Häme und Spott statt sachlich und konstruktiv auf diese schwierige Situation reagieren. Und sie übersehen, dass die Eigentümer alle von ihnen aufzubringenden Sicherheiten in das Unternehmen eingebracht haben.

Wir Mitarbeiter von Schaeffler haben deshalb beschlossen, unseren Beitrag zu leisten, damit das Unternehmen wieder das sichere Ufer erreicht. Mit unseren Aktivitäten fordern wir Politik und Öffentlichkeit auf, sich ernsthaft mit dem Thema auseinander zu setzen. Wir wollen, dass die Politik überbrückende staatliche Unterstützungen zur Verfügung stellt, damit das Unternehmen die derzeitigen Unwägbarkeiten des Finanzmarktes hinter sich lassen kann.

Und wir betonen: Diese Initiative ist aus den Reihen der Belegschaft entstanden.

Wir kämpfen, damit nicht viele zehntausende Arbeitsplätze bei diesem leistungsfähigen Unternehmen und unseren Firmenpartnern verloren gehen.


Für die Belegschaft der Schaeffler Gruppe in Herzogenaurach
Thomas Mölkner, Michael Huß, Dieter Strobl, Dieter Hahn, Paul Seren

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